Tür #20 - eltern

December 20, 2019

 

 

Fortsetzung von Teil 18:

 

...

 

Gang und gäbe ist folgender Satz in unseren Haushalten: „Ich zähle bis 3, wenn du bis dahin nicht ... dann ...“ oder dasselbe etwas moderner und pädagogisch-didaktisch aufbereitet sind Ampeln, die auf „grün“ dann „gelb“ dann „rot“ gestellt werden usw.

Was bringen wir unseren Kindern damit eigentlich bei?

 

Antwort: Ich darf mich in diesem Haushalt grundsätzlich lieblos verhalten. Wenn ich dann aufgefordert werde, das lieblose Verhalten zu beenden, darf ich die Aufforderung 2x ignorieren. Also ich darf mich nicht nur lieblos Verhalten (3x), sondern ich darf die Eltern wie Luft behandeln und brauche nicht zu respektieren (2x), wenn sie mit mir sprechen. Zusätzlich merke ich mir: eine Ansage in normaler Lautstärke darf ich ignorieren. Erst wenn sie mit Nachdruck, laut oder gar gebrüllt wiederholt wird, muss ich antworten. Dann muss ich aber nur mein Verhalten 1x verändern, um die Eltern zu beruhigen, bevor ich zu einem späteren Zeitpunkt wieder 3-5x über die Strenge Schlagen gut habe. Da die Eltern nicht gerne brüllen, werden sie voraussichtlich das erste lieblose Verhalten stillschweigend tolerieren, das zweite und dritte auch, die Strecke von grün bis rot verlängern (grün-orange-dunkelorange-hellrot-dunkelrot bzw. bis 3 zählen und noch Dezimalzahlen einfügen), und vielleicht bekomme ich nach dunkelrot noch ein paar Süßigkeiten, wenn ich dann tue, was die Eltern wollen, weil sie nach dem ganzen Druck und Geschrei froh sind, dass nun Ruhe ist.

Welchen Gefallen tue ich dem Kind, wenn ich ihm beibringe,

dass die Konsequenz

erst nach einigen Wiederholungen des lieblosen Verhaltens kommt?

Das Kind lernt, was (fast) jeder von uns kennt, wenn wir uns gute Vorsätze machen: Wir wollen wirklich aufhören zu rauchen, denn wir haben längst verstanden, dass es schädlich ist und manchmal auch gar nicht mehr schmeckt und der Husten ist morgens schon eklig und der erste Lungenflügel und der Kehlkopf sind schon draußen, aber – ups – die Zigarette glimmt schon wieder. Mh, ist wie von selbst passiert. Der Vorsatz war aber wirklich ernst gemeint.

 

Nehmen Sie alle sich wiederholenden nicht so glanzvollen Seiten unserer Menschheit: das wiederholte Fremdgehen, Korruption, Kriege, Diebstahl, häusliche Gewalt, , Missbrauch, Vergewaltigung, Ritzen, Party und Hangover, Lästern, sich überessen, zu spät kommen, ... Gehen Sie einfach nur vor die Türe, die Spuren sind deutlich sichtbar, wo man auch hinsieht. Wenn Sie es nicht auf Anhieb sehen, besuchen Sie ein Krankenhaus oder Altenheim und schauen Sie hin. Die Spuren unserer Wiederholungen sind deutlich sichtbar.

Wie wäre es denn,

wenn die Konsequenz beim ersten Mal Respektlosigkeit kommt?

Ach so – moment – wo fängt denn Respektlosigkeit vielleicht schon an?

Beim Erheben der Stimme?

Wenn das Bett nicht gemacht ist?
Das Zimmer nicht aufgeräumt?
Das Badezimmer nicht geputzt?

Die Spülmaschine nicht ausgeräumt?

Die Sporttasche nicht ausgepackt?

Der Müll nicht rausgebracht?

Der Rasen nicht gemäht?

Die Bürste und der Dusch-Abfluss nicht enthaart sind?

 

Oder vielleicht schon:
Wenn ich mich mit jemandem vergleiche?

Wenn ich etwas über jemand Dritten erzähle, was ich nicht sicher weiß?

Wenn ich etwas sage, das den Menschen mir gegenüber nicht bereichert?

Wenn ich Kritik übe?

 

Dies zu beantworten, wäre nicht meine Aufgabe. Dies ist ein Weg, den jeder für sich gehen kann. Bei jedem mag die Grenze an anderen Stellen liegen, an der körperlich fühlbar wird, was respekt- oder lieblos ist, abhängig vom Level an gelebter Liebe uns selbst und unserem Körper gegenüber.

 

Davon ist auch abhängig, welche Konsequenz in der jeweiligen Konstellation stimmig ist.

 

Lernt das Kind beim ersten lieblosen Verhalten, dass eine Konsequenz folgt, die es nicht wieder erleben möchte, braucht es das lieblose Verhalten nicht mehr zu wiederholen. Es lernt, seinen Willen auf Liebe auszurichten.

 

 

Eine mit Liebe ausgesprochene Konsequenz, die dem Verhalten gilt und nicht dem Menschen, ist nicht traumatisierend. Im Gegenteil – sie stärkt und bestätigt das Kind in dem, wer es wirklich ist: Liebe

 

 

...Fortsetzung folgt!

 

 

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