Tür #18 - eltern


Fortsetzung von Teil 16:

...

Kennen Sie diese Situationen, in denen ihr Kind (oder irgendjemand) es schafft, sie richtig wütend zu machen? Meine Mutter sagte in solchen Fällen: „Du bringst mich zur Weißglut!“ Ich verstand lange nicht, was das Wort „Weißglut“ bedeutet und konnte mit diesem Satz nichts anfangen. Oder sie nannte mich: „Du Schweinkartoffeltier“, wenn sie richtig wütend war. Ich musste dann immer lachen, weil es das lustigste Wort war, das ich je gehört hatte. Trotzdem war ich in beiden Fällen irritiert, da Mama offensichtlich wütend auf mich war. Das Gefühl konnte ich jenseits ihrer Worte identifizieren und es hinterließ in meinem Körper den Eindruck, falsch zu sein, einen Fehler gemacht zu haben, und Fehler machen war folglich etwas Falsches, führte dazu, dass Mama mich nicht mehr lieb hatte.

Verhalten und Mensch trennen heißt, dass meine Liebe für den Menschen unberührt bleibt, weil der Mensch der gleiche bleibt – es verändert sich ja nur das Verhalten, nicht der Mensch! Es ist das gleiche Kind vor mir, ob es nun pünktlich ins Bett geht und einschläft oder ob es Zeter und Mordio schreit.

Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen pünktlichem zu Bett gehen und Zeter und Mordio: der Unterschied liegt in der Konsequenz.

Hier trauen sich die meisten Eltern nicht, voll in die Tasten zu greifen, entweder weil sie das Kind nicht unnötig verletzen wollen oder weil sie die Spannung schwer aushalten können, die solch einer Konsequenz folgen kann.

Bei mangelnder Konsequenz kann das zu Bett Gehen locker zu einer 1-2-stündigen Angelegenheit werden – täglich und auf Dauer zehrend. Der Abend ist ein eigentlich so kostbarer Teil des Tages im Leben der Erwachsenen, wenn der sich neigende Tag zu einem runden, erfüllten Abschluss gebracht werden kann.

Wenn keine adäquate Konsequenz zum Ausdruck gebracht wird, kann man als Eltern hier leicht wütend werden. Die Wut hat in dem Fall mit der mangelnden Selbstliebe bei den Eltern zu tun, nicht mit dem Verhalten des Kindes – und schon gar nicht mit dem Kind selbst.

Es braucht ein starkes Fundament von Selbstliebe, um dem Kind anstrengungslos eine Konsequenz zeigen und ein Maß für die stimmige Konsequenz finden zu können.

Ein starkes Fundament von Selbstliebe schafft wahre Autorität – eine Stärke, die in unserer Gesellschaft fast nur in verfälschter Form gelebt wird, weil uns genau dieses Fundament von Selbstliebe fehlt. Falsche Autorität ist hart, übergriffig und lieblos.

Voraussetzung für wahre Autorität ist Selbstliebe.

Autorität entsteht, wenn ich auf dem Fundament von Selbstliebe der Lieblosigkeit im Außen eine Antwort gebe an den Stellen, wo ich sie in mir schon beendet habe.

Wahre Autorität ist ein Ausdruck von Liebe. Da geht es nicht mehr nur um mich (selbst), sondern um mich in Verbindung mit allen Menschen.

Wenn ich selbst in einem Rhythmus lebe, der mir auf täglicher Basis einen tiefen, erholsamen Schlaf ermöglicht, ist es eine Leichtigkeit, ein Kind mit den entsprechenden Konsequenzen zu unterstützen, die ihm dabei helfen, selbst leicht in den Schlaf zu finden.

Wenn ich mit meinem Partner und Mitmenschen einen respektvollen Umgang pflege, ist es eine Leichtigkeit, einem Kind, das sich respektlos verhält, mit einer liebevollen Konsequenz zu unterstützen, zurück zu Respekt zu finden.

Die Konsequenz kann dem Kind erklärt werden, auch wenn es selbst noch nicht sprechen kann, und sollte etwas betreffen, was dem Kind wichtig ist.

...Fortsetzung folgt!

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