Tür #15 - eltern

December 15, 2019

 

 

Fortsetzung von Teil 13:

 

...

 

Und was bedeutet das jetzt fürs Eltern?

 

- Natürlich: dass die Eltern nicht die alleinigen Verantwortlichen dafür sind, wenn Kinder Trauma erleben. 

 

Wow. Wenn das stimmt (und es stimmt in der Tat!), wären die Ideale der Psychotherapie und Pädagogik ganz schön auf den Kopf gestellt.

 

Aber Moment. Bevor sich nun die Eltern entspannt im Sessel zurücklehnen und die Kinder oder Kindersympathisanten auf die Barrikaden steigen, gibt es noch das Kleingedruckte zu lesen. Was bedeutet „alleinigen“?

 

Es gibt eine Verantwortung beim Eltern, die über allem steht, die Verantwortung zur Selbstliebe. Diese Verantwortung umfasst eine unendliche Tiefe.

Wahre Eigenverantwortung zu übernehmen geht mit täglicher immer währender Initiative einher. Einmal begonnen nimmt diese Bewegung niemals ein Ende. Mit Selbstliebe ist man nicht irgendwann fertig. Wenn Sie schon auf dem Selbstliebe-Erkundungs-Pfad sind, werden Sie wissen, wovon ich schreibe: Noch während eine Baustelle in Bearbeitung ist, taucht die nächste auf und die nächste, dann die nächste... In manchen Phasen hat man geradezu das Gefühl, rückwärts zu gehen, weil einem so viele Bereiche im Alltag bewusst werden, die noch nicht in Selbstliebe gelebt sind.

In einem Haushalt, in dem Selbstliebe gelebt wird, gibt es Raum für Kinder.

Selbstliebe geht einher mit Vitalität.

Selbstliebe bedeutet, die Alltagsbereiche Ernährung, Fitness, Erholung, Grenzen Setzen, Hilfe annehmen Können und vieles mehr sind in Bearbeitung.

Stellen Sie sich also Eltern vor, die erholt sind, nicht nur 1x im Jahr kurz nach dem Sommerurlaub, sondern JEDEN TAG. Stellen Sie sich Eltern vor, die mit sich und ihrem Körper liebevoll umgehen. Wie viel Raum für Trauma gibt es in einem solchen Haushalt noch?

 

Sie sehen, es bleibt beim Eltern eine große Verantwortung bei den Eltern. Die Größte überhaupt! Aber eben nur die eigene Verantwortung. Das macht einen großen Unterschied für die elterlichen Schultern. Unsere Schultern sind nämlich dazu gemacht, unsere eigene Verantwortung zu tragen. Je mehr wir die übernehmen, desto leichter fühlt sich der Alltag an. Tragen wir die eigene Verantwortung nicht, stattdessen die von anderen (z.B. die der Kinder), wird es eine Last.

 

Wenn Sie sich auf den Weg gemacht haben, Eigenverantwortung ganzheitlich zu leben, werden Sie ein tieferes Verständnis dafür bekommen, was Sie hier lesen. Es braucht zu diesem Verständnis tatsächlich gelebten Alltag. Vorher sieht es komisch aus: „Wie? Ich soll meine Kinder nicht vor Trauma schützen?“ oder ähnliche Fragen könnten auftauchen.

 

Nichts dergleichen ist gemeint.

Gelebte Selbstliebe öffnet ein glasklares Gespür dafür,

in welcher Liebe das Kind gehalten werden kann, welche Grenzen dem Kind gesetzt werden müssen, um es vor all dem zu bewahren,

was die Schatten unserer Welt am Kind bewirken können.

Mit gelebter Selbstliebe wächst ebenso das Verständnis von freiem Willen:

 

 

Wir haben eine Freiheit der Wahl - ja!

Aber wir sind niemals frei

von den Konsequenzen unserer Wahl.

 

Die Konsequenzen unserer Handlungen lehren uns, unseren freien Willen weise zu nutzen.

Das ist die Liebe, in der wir alle gehalten sind.

 

Das Leben besteht aus einer schier

unendlichen Fülle solcher Konsequenzen.

 

Es ist der Prozess des Elterns selbst.

 

 

...Fortsetzung folgt!

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

EMPFOHLENE EINTRÄGE

Familie mal anders - Michael Kremer, Felix Kremer & Ilse Schumacher

July 14, 2018

1/2
Please reload

AKTUELLE EINTRÄGE

April 7, 2020

April 5, 2020

December 24, 2019

December 23, 2019

December 22, 2019

December 21, 2019

December 20, 2019

December 19, 2019

Please reload

ARCHIV