Tür #13 - eltern

December 13, 2019

 

 

Fortsetzung von Teil 11:

 

...

 

Was wäre, wenn die Wunde, die wir bei Traumata zu versorgen versuchen, gar nicht die  einzige und eigentliche Wunde ist?

Was wäre, wenn die eigentliche Wunde noch im blinden Fleck der wissenschaftlichen Augen läge?

 

Würde das nicht erklären, warum die Wunde nicht heilt, warum es immer noch Rechtsextremismus, Vergewaltigung und Mord unter uns Menschen gibt?

Wenn es so wäre, dass die eigentliche Wunde bis heute unentdeckt wäre, gibt es dann vielleicht einen Grund dafür? Denn wir sind eine intelligente Menschheit, wir sind nicht grundsätzlich dumm. (!?)

Was könnte ein Grund dafür sein, dass wir eine große, klaffende, eiternde, stinkende Wunde als Menschheit seit Jahrtausenden übersehen? Es könnte zumindest sein, dass die wahre Wunde so unangenehm und haarsträubend ist, dass sie absichtlich übersehen wird... Die Psychologie hat dieses Phänomen Verdrängung genannt.

 

Stellen Sie sich vor, eine ganze Menschheit läuft einen Heilungsmarathon, und jemand hat als Ziel die falsche Stadt benannt. Alle denken, sie seien richtig unterwegs und nähern sich der 42km-Marke. Stellen Sie sich die Begeisterung vor, wenn nun jemand am Wegrand steht und ein Banner mit der Aufschrift hält: „Ihr seid in die falsche Richtung unterwegs!“ ...Nach all der Mühe, die Muskeln brennen schon, die Beine tragen kaum mehr, der Kreislauf kurz vor dem Zusammenbruch! Und die ganze Anstrengung war nicht nur umsonst, sondern hat auch noch vom eigentlichen Ziel weg geführt?

Die Zuschauer mit dem Banner (Propheten, Weise) hat es durch alle Zeiten hindurch gegeben, aber bis heute war die Menschheit nicht bereit, sie anzuerkennen und folglich die Bewegungsrichtung zu stoppen.

 

Schon als Kind habe ich mich oft gefragt: Wenn ein Weiser wie Jesus heute lebte, würde ich ihn erkennen?
Würde ich zu den 12-150 Menschen gehören, die ihn damals unterstützt haben?
Oder würde ich zu den 10-Tausenden gehören, die ihn entweder übersahen oder umbringen wollten, weil er zu herausfordernd war und die gängige Lebensweise und die gängigen Religionen in Frage stellte?

Und woran würde ich ihn erkennen?

Ganz sicher nicht daran, dass er Sandalen trägt und lange Haare hat und die Bergpredigt zitiert...

 

Unsere Weisen waren immer schon Menschen, die Teil der Gesellschaft waren, einen Beruf und eine Familie hatten wie andere auch. Jesus könnte also der Tischler aus dem Nachbardorf sein. Als Kind kam ich zu dem Ergebnis, dass ich ihn wohl wahrscheinlich nicht erkennen würde.

 

Mein innigstes Gebet als Kind wurde seitdem, dass mir erlaubt wäre, ihn/sie zu erkennen, wenn jemand wie Jesus auf der Erde wäre, und ich wünschte mir, dann sein Freund sein zu können...

 

Von daher rührt meine innere Haltung, alles für möglich zu halten und alles zu hinterfragen - nichts als das hinzunehmen, wie es zu sein scheint, nur weil meine Familie, meine Freunde oder die Mehrheit das so sehen.

 

Wenn die wahre Wunde – was Trauma in Wahrheit ist – mit solcher Gewalt nicht gesehen werden will, muss etwas sehr Furchtbares für uns Menschen an der Wahrheit sein. Was könnte das sein? Was könnte so furchtbar  sein, dass es von einer ganzen Menschheit Generation für Generation verdrängt wird?

Machen wir uns bewusst, dass

wir alle die Menschheit ausmachen.

Das heißt, auch Sie und ich finden möglicherweise furchtbar, was da im Verborgenen liegt. Stellen Sie sich die bescheidene Frage: „Würde ich als Opfer, mit einer realen körperlichen und / oder seelischen Verletzung auf meinem persönlichen Heilungs-Marathon anhalten, wenn mir der Mensch mit dem Banner begegnet, auf dem steht, ich würde in die falsche Richtung rennen?

 

...Fortsetzung folgt!

 

 

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