Familie mal anders - Michael Kremer, Felix Kremer & Ilse Schumacher

 

Seit Februar 2017 leben wir gemeinsam in einem Dorf südlich von Hamburg. Wir, das sind Felix (39), verheiratet mit Michael (36), und Ilse (80), Mutter von Felix.

 

Wir teilen uns Küche, Ess- und Wohnzimmer und den Garten sowie alle Aufgaben im und ums Haus.

 

Ilse verkaufte für diesen Schritt ihr Haus und Grundstück und zog 500km gen Norden.

Es gab einige Bedenken:

„Einen alten Baum verpflanzt man nicht!“,

„Du willst mit deiner Schwiegermutter zusammen ziehen? Mit deiner Mutter?

Tut euch das bloß nicht an!“.

Trotzdem freuten wir uns auf das Zusammenziehen, weil jeder von uns entschieden war, sich auf diese Herausforderung wirklich einzulassen.

In den ersten Wochen und Monaten knallten unsere Muster von „nett sein“, „gut sein“ und „helfen wollen“ aufeinander. Hier ganz ehrlich zu werden und sich die Dinge bewusst zu machen tat zuweilen weh, war aber befreiend.

 

Beispiel: Die Wäsche.

Ilse: „Ich hatte Zeit, und mein Bild war, ich möchte Felix und Michael entlasten. Ich übernahm das Wäschewaschen, obwohl ich nicht wirklich Lust dazu hatte.“

Michael: „Mir macht es Freude, Wäsche zu waschen und ich spürte, dass etwas nicht stimmt, hatte aber das Gefühl, dankbar sein zu müssen und sprach nichts an.“

Ilse: „Auch ich spürte, dass etwas nicht stimmt, sprach es aber aus Wohlerzogenheit nicht an.“

Felix: „Ich stand in der Mitte und vermittelte zwischen den beiden auf möglichst diplomatische Weise, um den Schein von Harmonie zu wahren.“

 

Bis wir alle ganz ehrlich wurden, brauchte es Anlaufzeit.

 

Ilse: „Das war die Zeit, in der ich zweifelte, ob es die richtige Entscheidung gewesen war umzuziehen.“

Michael: „In mir stieg die Spannung und ich zog mich aus Gesprächen öfter mal frustriert zurück.“

 

Lösen konnte sich das Ganze, als Felix aufhörte, den Diplomaten zu spielen und Ilse und Michael dadurch gezwungen waren, absolut ehrlich miteinander zu werden und in wirklichen Kontakt traten.

 

Unterstützt haben uns an dieser Stelle vor allem unsere Gespräche beim täglichen gemeinsamen Abendessen. Diese sind ein ganz wichtiger Teil unseres Zusammenlebens.

 

Wir wissen voneinander, dass jeder offen sein kann ohne Urteil der anderen.

 

Es ist eine tiefe Verbundenheit gewachsen, die uns bei wichtigen Entscheidungen leicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen lässt. Unser Alltag läuft inzwischen so eingespielt, dass er Raum für mehr bietet.

Familie ist für uns ein Raum, um gemeinsam zu lernen

und keine per Blutsverschwandtschaft definierte Gruppe.

Wir sind alle bereit, mehr wir selbst zu werden und uns gegenseitig auf diesem Weg zu unterstützen, ohne dass wir aneinander ein festes Bild haben, wo genau es in welchem Tempo hingehen soll. Diese Offenheit hat dazu geführt, dass wir heute immens voneinander profitieren, statt uns Steine in den Weg zu legen.

 

  • Michael: „ Heute fällt es mir leichter, offen auf Menschen zuzugehen, mich in schwierigen Situationen schnell wieder zu entspannen und wahrzunehmen, was wirklich vor sich geht.“

  • Ilse: „Ich kann meine langjährigen Lebensgewohnheiten Schicht für Schicht loslassen und mehr und mehr entdecken, wer ich wirklich bin.“

  • Felix: „Ich kann heute leichter unharmonische Situationen stehen lassen und brauche weniger, dass Menschen auf eine bestimmte Weise (zu mir) sind.“

 

So zu leben ist kein rosarotes Schaumbad, oder etwas, auf dem man sich ausruhen kann, sondern eine beständige Herausforderung, sich mehr einzubringen, tiefer miteinander zu gehen und noch ehrlicher zu werden.

 

Um unser Zusammenleben zu pflegen und zu vertiefen, nutzen wir die praktischen Werkzeuge aus den Universal Medicine Workshops. Ohne diese Unterstützung wären wir nicht da, wo wir sind.

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