Selbstfürsorge

March 25, 2017

Checkliste für ein gesundes Leben:

 

Wer ist der wichtigste Mensch in meinem Leben?

Das bin ich.

 

Wen liebe ich, bevor ich jemand anderen liebe?

Mich selbst.

 

 Wie hättest Du geantwortet?

  •  meine Kinder

  •  mein Partner

  •  meine Eltern

  •  meine Familie und Freunde

  •  Menschen in Not

  •  etc.?

Aus meiner christlich geprägten Erziehung habe ich gelernt, dass diese letzten die richtigen Antworten sind, dass es egoistisch ist, wenn ich mich für wichtig nehme und zuerst an mich denke.

In vielen Gesellschaften und Religionen ist Egoismus negativ besetzt.

 

Das berühmte Zitat von Jesus „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ wird oft mit der Betonung auf „deinen Nächsten“ verstanden, und nicht so sehr als Selbstfürsorge-Zitat. Wie wäre es, wenn es eigentlich genauso gemeint ist? - Liebe zuerst dich selbst und in der gleichen Qualität deinen Nächsten.

 

Denn „ich“ bin das Fundament für alles, was ich tue. Die Qualität, in der ich selbst bin, bestimmt die Qualität von allem, was ich lebe, also auch, ob ich echt für andere da sein kann.

 

Nach ca. 10 Jahren Gesundheitssport, Meditationstechniken und vielen Fortbildungen zu Gesundheitsthemen stellte ich mir die Frage, warum ich trotzdem oft krank war.

 

Ich hatte doch einen Selbstfürsorge-Plan – dachte ich!

Da gab es viele Dinge, von denen ich dachte, dass sie mir gut tun, und ich war sehr diszipliniert darin, dies umzusetzen. Es gab Yoga, Fitness-Studio, Vollwertkost, Workshops für emotionale Selbstfürsorge, mal ein Konzert oder Kinoabend, Zeit in der Natur verbringen, ein bißchen Kultur und soooo viel mehr... und doch fehlte etwas.

 

Offensichtlich gibt es verschiedene Arten von Selbstfürsorge und immer noch fehlte mir etwas Entscheidendes an meiner Selbstfürsorge-Strategie.

Was fehlte?

War es noch keine echte Selbstfürsorge?

Woran erkenne ich die denn?

 Der Schlüssel dazu ist für mich gewesen, den Alltag als EINS zu sehen.

 Nicht mehr zu trennen zwischen

  • Arbeit und Freizeit

  • beruflich und privat

  • stressigen Zeiten und Entspannungszeiten

  • Aushalten und Belohnen

  • Angenehmem und Unangenehmem

  • Selbstvernachlässigung und Selbstfürsorge

Es war nichts Falsches daran, mal ins Kino zu gehen oder ein Eis zu essen oder einen schönen Wochenend-Workshop zu besuchen. Aber wenn das Kino die Belohnung für die Anstrengung des Tages ist, kann ich mir die Frage stellen, warum muss ich mich während des Tages anstrengen?

Ist es nicht möglich, den Tag kontinuierlich erfüllt zu leben, ohne Anstrengung und in Leichtigkeit?

Also vertiefte ich meine Selbstfürsorge dahingehend, nicht mehr nur einen Tag lang vermeintlich gut für mich zu sorgen oder morgens früh und abends spät und dann noch mal beim Selbstfürsorge-Seminar, sondern kontinuierlich in jedem Teil des Tages – jeden Tag. Und das heißt für mich, mit allem, was ich tue oder nicht tue, präsent zu sein. Präsent sein meint, den Moment mit allen Sinnen wahr zu nehmen und mit den Gedanken bei dem zu sein, was ich mache.

 

Ganz langsam und allmählich entwickelte sich eine andere Wahrnehmung zu den Aktivitäten. Das Eis war nicht mehr die leckere Belohnung, sondern ich merkte, dass es mich kühl und unruhig machte und mir den Elan nahm.

Mit Regelmäßigkeit konnte ich erkennen, welche der Selbstfürsorge-Aktivitäten mich wirklich unterstützen und welche eigentlich nur dazu dienen, mein Bewusstsein darüber herunter zu dimmen, dass etwas mit meinem Alltag nicht stimmt.

Diese Regelmäßigkeit führte dazu, dass nach viel Übung weniger Unterteilung zwischen angenehmen und unangenehmen Tätigkeiten stattfand. Die unangenehmen Teile des Tages waren nämlich die gewesen, während derer ich nicht für mich gesorgt hatte. Mit Selbstfürsorge löste sich das Unangenehme des Moments Schritt für Schritt auf.

 

Hier ist ein Arbeitsblatt mit Beispielen für Selbstfürsorge-Aktivitäten, die sich für mich als eine unterstützende Essenz herausgestellt haben:

 

Nicht alles auf dieser Liste muss ich jeden Tag „ab-arbeiten“. Unterstützend ist eher die Qualität und die Kontinuität, mit denen ich Dinge mache.

 

Regelmäßig bedeutet sowohl innerhalb eines Tages als auch wiederkehrend mit jedem sich wiederholenden Tag. Ich achte darauf, in einen kleinen Ausschnitt meines Alltags genauso regelmäßig Selbstfürsorge-Aktivitäten einzubauen wie in die ganze Woche oder das ganze Jahr.