Eine wahre Beziehung - Teil 1: Sich Verlieben


Sich verlieben, das kann wohl jeder – ohne Führerschein. Oder?

Ich bin schon oft verliebt gewesen, und es war immer verbunden mit einer riesigen Spannung, jeder Menge Nerven, Hoffen, Bangen, Schwärmen, Schmachten, Achterbahn, Illusionen, Glück, Pech, Appetitlosigkeit, Ungeduld, zerreißendem Verlangen…. und so weiter. Vor allem war da immer eine uralte Angst vor Verletzung, Zurückweisung oder davor, eines Morgens aufzuwachen und einer würde sagen: „Es ist aus.“

Daher war es schwierig mich zu trauen: den ersten Schritt zu machen, beim Dating nach der Telefonnummer zu fragen, mich in Beziehungen wirklich einzulassen und den anderen ganz in mein Herz zu lassen.

Aber wie sollte es auch gehen? Ich hatte mich selbst noch nicht ganz in mein Herz gelassen.

Ich war noch nie in mich selbst verliebt gewesen! Könnten meine Beziehungs-Probleme mit dieser Tatsache zu tun haben?

Nun bin ich ja Therapeut und habe viiiiiele Texte gelesen und Übungen zum Thema „Selbstliebe“ gemacht... und angeleitet! Und eigentlich war ich überzeugt gewesen, kein Anfänger bei dem Thema zu sein. Hüstel – bei aller Ehrlichkeit, waren das eben doch immer nur Übungen gewesen, kleine Momentaufnahmen wie eine Fingerübung auf dem Klavier, eine gelernte Technik – aber kein gelebter Alltag.

Mein Körper war also genau genommen recht kalt, also die meiste Zeit im Funktionier- und ich-muss-besser-werden-Modus! Er war nicht gewohnt, wertgeschätzt zu werden. Von mir selbst auf jeden Fall selten und dann war es immer schwierig, mit Wertschätzung von anderen umzugehen. Ganz klar, mein Körper zog sich bei einem Kompliment zusammen, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünschte, als geliebt zu werden! Ich hatte sehr gut gelernt, mich hart zu machen mit Antworten wie: „Ach, du übertreibst“ oder „ja, aber nicht so schön wie Deine Augen...“ und vieles Ähnliche mehr.

Und ich kann nun fühlen, dass mein Körper sich auch zusammenzog, weil das Kompliment meist nicht aus wahrer Liebe gesagt war, sondern ebenso aus einer Bedürftigkeit kam und mit einer versteckten Bedingung verknüpft war; zum Beispiel Sex mit mir zu wollen.

Das Fundament dieser Beziehungen war nicht wirklich Liebe, sondern wir gingen eine Vereinbarung in Bedürftigkeit ein – ein Arrangement –

und ich habe mich davon abgelenkt, dass ich die Liebe aus mir selbst heraus nicht fühlen konnte und sie in meinem Leben fehlte.

Bei Universal Medicine lernte ich Serge Benhayon kennen. Und etwas fiel mir schon nach kurzer Zeit auf: Was man von Serge kennenlernt, lebt er jeden Tag. Konsequent. Konsistent. Und in den Kursen ging’s nicht darum, etwas zu lernen, was wir noch nicht können, sondern uns bewusst zu werden, wer wir schon sind.

Mir wurde klar: Es gibt Momente, in denen finde ich mich hübsch oder hab' Spaß daran, mich in meinem Körper zu bewegen oder bin begeistert von meinem Humor oder meiner Augenfarbe. Es gibt Tage, da esse ich gesund, schlafe genug, bewege mich an der frischen Luft und verfalle nicht in den Erledigungsmodus, sondern hab' Freude bei den Dingen, die ich tue.

Aber die 10 Stunden am Tag, in denen ich nicht so lebe, hatten mehr Einfluss auf mein Alltagsgefühl als die wenigen Sternstunden,

in denen ich mich spürbar mochte!

  • Der erste Schritt war also, die wenigen Momente bewusst wahrzunehmen, in denen ich mich tatsächlich mochte und liebte. Und so verrückt einfach das klingt: Dadurch war ich schon eine ganze Weile des Tages beschäftigt – die Wahrnehmung und die Bestätigung waren genau die nötige Wertschätzung, die zu mehr Selbstliebe führten!

  • Der nächste Schritt ergab sich daraus von selbst: Ich beobachtete, was das für Momente waren, in denen ich mich wirklich mochte. Das waren nicht die Stellen am Tag, an denen ich was Tolles vollbracht hatte, besonders gut und hilfreich war oder die Erledigungsliste abgearbeitet hatte. Nee. Dass waren eigentlich die Momente, in denen ich mich einfach genug fand.

  • Logische Konsequenz: Wenn ich Liebe für mich empfinden kann, wenn ich mich genug finde, warum nicht den Tag Stück für Stück mit den Dingen füllen, bei denen ich mir genug bin?

  • Und daran aktiv zu arbeiten, macht Spaß! Das heißt, nach jeder Handlung bewusst wahrnehmen: das ist genug. Also Schluss mit der ewigen Schallplatte: „Entschuldigung, der Kuchen ist leider etwas dunkel geworden.“ Und „das hätte ich auch noch sagen können – ouu, warum fällt mir das erst 3 Stunden später ein?“ – und stattdessen: „Kuchen gebacken. Cool. Fertig.“ Und: „Telefonat geführt. Klasse. Die Zeit hast du dir heute genommen.“

Eines Tages merkte ich, da sind Schmetterlinge im Körper, wenn ich mir selbst in die Augen schaue! Ich freute mich darauf, den Tag mit mir verbringen zu können und abends mit dem Gefühl, genug zu sein, zu Bett gehen zu können, weil ich mich tagsüber nicht verloren hatte.

Als ich das zum ersten Mal fühlte, wusste ich, dass ich nun bereit bin für eine wahre Beziehung.

Heute ist meine Liebe für mich das Fundament für meine Beziehungen.

Mein Körper ist offen für echte Begegnung, weil er nicht mehr hart und leer sondern schon satt ist.

Wenn ich heute Komplimente mache, haben diese nicht mehr die versteckte Botschaft: „Bitte finde mich nett.“ Sie kommen nicht mehr mit der Kälte aus einem Körper, der Bestätigung sucht. Die Bestätigung lebt schon in meinen Zellen und mein Gegenüber spürt, dass keine versteckte Erwartung im Kompliment auf ihn lauert.

Wenn mir ein Freund ein Kompliment macht, muss ich das nicht mehr klein machen. Ich kann das annehmen oder fühle mich inspiriert, davon noch mehr zu zeigen. Wie anders sich das anfühlt, als die Liebe des anderen zu borgen in Zeiten, in denen ich mich leer und ungenügend finde.

Ebenbürtigkeit. Das ist wahre Beziehung für mich. Und mit Familie, Freunden, Kollegen, Patienten und meinem Mann zusammen zu sein bedeutet, sie ohne Verlustangst zu lieben.

Das ist ein Vertrauen, das kommt als erstes aus der Verbindung mit mir selbst.

Das ist das Fundament! Und das bleibt, auch wenn wir irgendwann wieder andere Wege gehen.

Hier findest du mehr zum Thema wahre Beziehungen. Das meint nicht nur Partnerschaften, sondern Beziehungen überhaupt - wir haben zu allen Menschen, denen wir begegnen, eine Beziehung!

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